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Einführung in die Lehre
der Ahmadiyya-Bewegung im Islam

Die Ahmadiyya ist eine Renaissance-Bewegung innerhalb des Islam (und nicht, wie oftmals erwähnt, eine Reformbewegung), die 1889 in Indien von Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS (1835–1908) gegründet wurde. Seine Anhänger glauben, dass er der von Gott verheißene Messias und Imam Mahdi der Endzeit ist, dessen Aufgabe es war, den ursprünglichen Geist des Islam wiederzubeleben und Missverständnisse über die Religion in einer Zeit großer religiöser und gesellschaftlicher Unruhe zu beseitigen.

Wie andere Muslime glauben Ahmadi-Muslime an den Heiligen Qur’an als das unverfälschte Wort Gottes und betrachten die Sunnah (die Praxis des Propheten Muhammad ﷺ) sowie die Ahadith (überlieferte Aussagen des Propheten) als die wichtigsten Quellen für das Verständnis des Islam. Der Glaube an den einen Gott (Allah), an den Propheten Muhammad ﷺ als den letzten gesetzgebenden Propheten sowie an die grundlegenden Glaubensprinzipien des Islam bildet das Fundament ihrer religiösen Überzeugung.

Die Ahmadiyya-Bewegung betont, dass der Islam eine Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der spirituellen Entwicklung ist. Ein bekanntes Motto der Bewegung lautet „Liebe für alle, Hass für keinen“, das ihr Engagement für interreligiösen Dialog, humanitäre Hilfe und gesellschaftlichen Einsatz widerspiegelt. Heute ist die Gemeinde in über 200 Ländern vertreten und setzt sich weltweit für Religionsfreiheit, Bildung und sozialen Zusammenhalt ein.

Im theologischen Verständnis unterscheidet sich die Ahmadiyya-Gemeinschaft von anderen muslimischen Strömungen vor allem in zwei zentralen Punkten:

Erstens vertritt sie die Auffassung, dass Jesus (ʿIsa), der Messias für die Juden, nach islamischem Verständnis eines natürlichen Todes gestorben ist (Wafāt-e-Masīh). Ahmadis verstehen die entsprechenden Verse des Heiligen Qur’an so, dass Jesus nicht körperlich in den Himmel erhoben wurde und daher auch nicht physisch zurückkehren wird. Zudem verweisen sie darauf, dass über 30 Verse des Qur’an seinen Tod bestätigen.

Zweitens glauben Ahmadis, dass Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad der von Gott gesandte Verheißene Messias und Imam Mahdi ist. Sie sehen ihn als Erfüllung der Prophezeiungen des Propheten Muhammad ﷺ über das Erscheinen eines Mujaddid (Wiederbeleber) in der Endzeit, der die wahre Botschaft des Islam erneut mit Leben füllen und die Menschen unter dem Banner des Islam vereinen soll.

Ein weiteres Merkmal der Gemeinschaft ist das spirituelle Kalifat (Khilafat). Seit dem Tod des Gründers wird die Gemeinschaft von einem Kalifen geleitet, der als spirituelles Oberhaupt dient. Zurzeit ist dies der fünfte Nachfolger des Messias und Mahdis, Hadhrat Mirza Masroor AhmadATBA.